Archiv der Kategorie 'Multimedia'

Panasonic GH2: ein verblüffender Qualitätsbeweis

Dienstag, den 10. Januar 2012

Dieser Bericht mit Video über die Panasonic GH2 in Shanghai hat mich doch etwas aus der Bahn geworfen. Ich habe zwar mitverfolgt, wie die Panasonic Lumix DMC-GH2 durch Hacks immer weiter verbessert wurde und auch die letzten Aufnahmen mit extrem hohen ISO-Zahlen fand ich schon verblüffend. Aber dieses Video in HD-Qualität auf voller Bildschirmgröße betrachtet (bei mir 27 Zoll) haut mich doch fast um.

Wenn das mit Bordmitteln, den Hacks und guten Objektiven möglich ist, dann muss man sich bei den Anbietern professioneller Videos wohl neu orientieren. Zumindest nach dem was ich so gesehen habe, sticht das auch die HD-Qualität von Vollformat-Kameras aus. Canon 5D und Konsorten scheinen mir da qualitativ nicht heranzureichen, und meine eigene Canon 550D kann da natürlich auch nicht mithalten.

Das heißt nun nicht, dass alle Videoproduzenten, die auf andere Marken gesetzt haben chancenlos im Video-Unioversum herumschwirren. Für Webvideos wird das Standard-Equipment (am weitesten verbreitet sicher die Canon EOS 550D (T2i), Canon EOS 600D (T3i)
und Canon EOS 7D) auch weiterhin ausreichen. Wer schaut sich diese Videos schon aus der Nähe auf richtig großen Bildschirmen an? Wenn mal etwas auf einem großen TV-Flatscreen zu sehen ist, hat man ja auch einen größeren Abstand. Aber auf dem Computer-Monitor erkennt man die Schwachen viel schneller, finde ich.

Mit am interessantesten an diesen Fortschritten im Multimedia-Bereich ist für mich, dass die starken Qualitätsverbesserungen bei den Videos mit DSLRs in letzter Zeit weniger von den Herstellern kamen, als vielmehr durch Hacks erreicht wurden. Auch mit Magic Lantern erreicht die Canon 550D ja bisher unerreichte Möglichkeiten.

Ein Blick in die Zukunft: Theo Jansen’s Strandbeests

Dienstag, den 27. Dezember 2011

Auf die merkwürdigen Wesen des Niederländers Theo Jansen bin ich nun schon ein paar Mal gestoßen. Und sie faszinieren mich immer noch. Im obigen Video hat sich sogar die altehrwürdige BBC der mobilen Kunstformen angenommen. Wer noch mehr suchen möchte, der findet auf den gängigen Video-Plattformen unter dem Namen des niederländischen Künstlers weiteres Material.

Vielleicht muss man sich eine kindlich-naive Freude an bewegten Apparaten erhalten haben, um das nicht nur als schön zu empfinden, sondern als Kunst. Mir geht es so, und ähnlich wie die Brunnen des Schweizers Tinguely (dem in Basel ein ganzes Museum gewidmet ist) könnte ich mir so etwas stundenlang ansehen.

Ermöglicht Magic Lantern jetzt HDR-Video?

Freitag, den 23. Dezember 2011

Für mich klang das nahezu unglaublich: HDR video firmware for Canon DSLRs? Magic Lantern adds new features!. Magic Lantern ist die Zauber-Software, die aus relativ preiswerten DSLR-Videokameras wie meiner Canon 550D semiprofessionelle Kameras mit erweiterten Einstellmöglichkeiten macht. Bislang betraf das Dinge wie Schärfemessung und Belichtung, Meßverfahren und Audioqualität.

Nun soll auch der aus der Fotografie bekannte HDR-Effekt möglich sein, durch eine verblüffende Technik: Wo beim Fotografieren drei Fotos einer Belichtungsreihe (in der Regel plus 1-2 Blenden, Normal, minus -1-2 Blenden) zusammengefügt werden, schaltet die Software wohl für einzelne Bilder abwechselnd mal eine höhere, mal eine niedrigere Filmempfindlichkeit. Wie das nachher tatsächlich zu HDR-Wiedergaben zusammengefügt wird, erschließt sich mir noch nicht. Und ob der Effekt genauso stark und beeindruckend ist, wie in der Fotografie wird sich sicher noch in Tests erweisen.

Video zum „Tatort“ Product Placement ist verschwunden

Donnerstag, den 22. Dezember 2011

Ich dachte ja, das ist ein Thema das eh nur Randgruppen interessiert: Journalisten, Filmemacher, ein kleines Häuflein von Medien-Experten eben. In einem knapp dreiminütigen Video war auf Youtube einige Zeit lang zu sehen, wie das Fahrzeug der Tatort-Kommissarin Charlotte Lindholm ins „rechte Licht” gerückt wurde.

Und obwohl ich den Tatort gesehen hatte: Der Zusammenschnitt der Auto-Szenen mit dem Hinweis auf das jeweilige Feature, das hier gerade demonstriert werden sollte, hat mich doch beeindruckt.

Nu isses weg: NDR vernichtet Spuren am „Tatort“. Der Journalist Stefan Niggemeier hat das Verschwinden dieses Videos aufgegriffen und die zahlreichen Kommentare auf seiner Website zeigen, dass das wohl doch ziemlich viele Leute gesehen haben.

Mein erstes, kindlich naives Staunen über diese Praktiken, die vom NDR wohl dementiert werden, liegt schon längere Zeit zurück. Damals, in den 90ern, habe ich mich darüber gewundert, wie in einem Film zum Thema Weinbau so oft ein Kombi einer bestimmten Automarke durch die Weinberge fuhr. Bis ich über einen Produktionskostenzuschuss der Autofirma las – und damals noch recht empört darüber war.

Heute gehe ich eigentlich schon davon aus: Wenn in einem Film etwas besonders ins Licht gerückt wird, dann zahlt auch einer dafür. Das erhöht die Sympathiewerte für den Hersteller zwar nicht automatisch, aber andererseits macht es auch ein bißchen Spass herauszufinden, wer an welchen Themen in welcher Form interessiert ist, um dort sein Produkt zur Schau zu stellen. Auch wenn ich aus dem Kino komme denke ich manchmal darüber nach, wie solche Kooperationen wohl zustande kommen und was das den Herstellern wert ist.

Light-it-Magazin-App: Viel Spass für wenig Geld…

Mittwoch, den 21. Dezember 2011

Das Light-it-Magazin von Scott Kelby

Naja, Spass ist vielleicht nicht der richtige Begriff für Fotografen, die eine iPad-App testet. Aber diese hier macht schon Spass finde ich: „Light it” ist ein kleines Magazin des Fotografen und Foto-Trainers Scott Kelby, über den ich ja unlängst schon hier geschrieben habe.

Genau dieser Scott Kelby, der schon ungezählte Bücher, Zeitschriftenartikel und Videos veröffentlicht hat, hat eine (kostenlose) iPad-App für Fotografen entwickelt, mit der man sich Magazine zum Thema Licht und Blitzlicht in der Fotografie herunterladen kann.

Das kostet pro Ausgabe knapp 2,40 Euro, eine kostenlose Probeversion gibt es ebenfalls. Der Erscheinungstermin ist bislang etwas unregelmäßig, weil die Herausgeber wohl Workflow und iTunes-Verhalten noch nicht richtig eingeschätzt haben. Wie auch immer: Die kostenlose Probeausgabe finde ich gut. Nicht so teuer wie eine Hochglanz-Fachzeitschrift, sehr praxisorientiert, die Werbung hindert den Lesegenuss nicht und das Magazin ist wirklich interaktiv und Multimedial. Einfach in der Bedienung, dazu relativ schnell im Download und in der Darstellung.

In meinen Augen ist das ein guter Weg, und es wundert mich nicht, dass die großen Verlage mit Ihren Fotozeitschriften (nach meiner Kenntnis) noch nichts vergleichbares auf die Beine gestellt haben. Aber Scott Kelby ist ein Praktiker und hat sicher auch die nötigen Kontakte (und das nötige Kleingeld) um ein solches Projekt zu stemmen.


Eine Seite von Joachim Ott