Über Crowdfunding-Projekte habe ich hier ja schon berichtet. Über den fleißigen und ideenreichen Daniel Delaney zum Beispiel, der sich das Startkapital für ein neues Webprojekt bei Kickstarter besorgte. Auf dieser amerikanischen Website werden übrigens wirklich enrom viele Projekte finanziert, an Geld aus privaten Taschen scheint es keinen Mangel zu geben. Auch wenn ein „echter” Gegenwert für die Geldgeber kaum vorhanden ist: In der Regel gibts viel Lob und Dank und Anerkennung und ein paar Gymmicks, nur selten irgendwelche VIP-Geschenke, die man auch als solche bezeichnen könnte.
Das deutsche Pendant dazu, Startnext, erschien mir zumindest bis zu diesem Beitrag nicht sehr aussichtsreich.
Jetzt habe ich obiges Video der Österreicherin Klara Harden entdeckt, die Ihre Islandreise zumindest zu einem Teil über Startnext mitfinanziert hat. Unter dem Titel „The Story of a Shipwrecked Rambler” bot sie diese Dokumentation an und sammelte immerhin einen finanziellen Beitrag zu einer Reise ein, da ja nicht billig war (rund 1.500 Euro wurden finanziert, geplant waren 1.250 Euro).
Es ist ein tolles Video dabei herausgekommen, das auf Vimeo bis heute rund 120.00 Abrufe zu verzeichnen hat und mehr als 300 Kommentare. Zugute kam dem Projekt sicherlich, dass die professionelle Fotografin und Videoproduzentin einen handfesten und begeisternden Gegenwert in Form des Videos liefern konnte. Aber auch, dass die Vorbereitung und PR-Arbeit (über Facebook, Vorstellung auf Reiseseiten und bei nomadearth ziemlich professionell war.
Ich finde, das kann Fotografen und Filmemachern schon Mut machen – auch wenn es erst einmal beweist, dass im Zweifelsfall weniger das Projekt („Gebt mir die Möglichkeit und ich beweise euch, das es das Abenteuer noch gibt!”) als die professionelle Herangehensweise und „Vermarktung” über den Spendenfluss entscheiden. Aber das ist na bekanntlich nichts, was Fotografen und Filmern wirklich neu wäre.
Schaut man sich auf der Startnext-Seite nach Medien-Projekten um, dann stellt man fest, dass viele andere Projekte zwar mit hehren und höheren Zielen an die Sache herangehen. Dass aber sicher sehr sehr viele Schwierigkeiten bei der Finanzierung bekommen werden.
Dagegen wirken die Medien-Projekte bei kickstarter sehr kommerziell und sie sind ja zum großen Teil auch sehr erfolgreich: Summen im fünf- oder sechsstelligen Bereich sind keine Seltenheit, und werden auch erreicht. Zum Vergleich: Startnext gibt auf seiner Startseite ein Finanzierungsvolumen von bislang rund 240.00 Euro an, soviel erreichen zum Beispiel auch einzelne Kickstarter-Projekte.
Aber immerhin: Startnext kann man jetzt schon als etabliert betrachten, die Website wird meiner Meinung nach weiter wachsen. Im deutschsprachigen Raum wird man wohl nie die Summen der etablierten (richtig „internationalen”) englischen Websites erreichen. Wer also hierzulande eine gute Idee für ein Projekt hat, der kann 2012 – mit guter Vorbereitung – schon mal seinen Hut in den Ring werfen und auf finanzielle Unterstützung in einem bescheidenen Rahmen hoffen. Im Erfolgsfall kann man dann auf Werbe-Buttons und Banner von Firmen verzichten und sich statt dessen der sicher befriedigenderen Kommunikation mit seinen Unterstützern widmen.

