Archiv der Kategorie 'Medien'

Perfekt geblitzt: Dustin Diaz

Freitag, den 12. März 2010
Dustin Diaz

Dustin Diaz

Dank einem Blogbeitrag von Martin Gommel (kwerfeldein.de) bin ich auf das Projekt von Dustin Diaz gestoßen: 365 Tage lang hat er tolle Fotos gemacht, die meisten sind kabellos und ferngesteuert geblitzt und das Beste: Es gibt passend zum Flickr-Album “Project 365″ auch eines mit dem Titel “Strobist Infos” und dort sieht man genau, wie die Aufnahmen entstanden sind. Tolle Entdeckung von Martin, vielen Dank dafür.

Karlsruher Krimitage vom 12. bis 22. März

Mittwoch, den 10. März 2010
Karlsruher Krimitage

Karlsruher Krimitage

Lasst uns die Sticheleien zwischen Badenern und Schwaben mal für einen Moment beiseite legen (ich bin ja selbst geduldet hier in Baden). Denn was die Karlsruher da auf die Beine stellen, muss man neidlos anerkennen: Die Karlsruher Krimitage finden vom 12. bis 22. März 2010 bereits zum fünften Mal statt. Auf dem Programm stehen viele interessante Lesungen. Die mit dem Weinkimi-Autor Paul Grote (”Der Duft des Grauens”) ist übrigens als eine von wenigen bereits ausverkauft.

Die Wein-Presse und andere traurige Geschichten…

Dienstag, den 26. Januar 2010

Michael Pleitgen hat in seinem Blog der Weinakademie Berlin ein weiteres Mal das Thema Presse und Medien aufgegriffen. Und wie immer tut er das sehr fundiert. Anhand der bröckelnden Auflagenzahlen beschreibt er das Schicksal der “großen” Wein-Zeitschriften, zitiert aus einem Fachbuch von Stephan Ruß-Mohl die Beschreibungen des Niedergangs der US-Medien (Kreative Zerstörung: Niedergang und Neuerfindung des Zeitungsjournalismus in den USA) und schildert das Dilemma der “konventionellen” Medien (”Journalismus zwischen Werbung, PR und Verkauf”).

Auch wer sich nicht für Wein interessiert, findet hier eine schöne Zustandsbeschreibung der Print-Medien und der aktuellen Entwicklung. Fast alles dort gesagte lässt sich übertragen auf andere Print-Produkte: Die schlechte Bezahlung der Journalisten, die Unterbewertung des Content, die verhängnisvolle Spirale Sparen – schlechtere Inhalte – sinkende Auflage.

Lesenswert für alle, die an den Erzeugnissen der Printmedien hängen und leidgeplagt mitverfolgen, wie sich hier eine Branche zugrunde richtet.

Dankenswerterweise nimmt Pleitgen auch kein Blatt vor den Mund wenn es um die – aus meiner Sicht – Hauptplage des Journalismus geht: Falsche PR. Er schildert, welche Fachzeitschriften sich von wem sponsern lassen und wie die besser bezahlte PR unter einem redaktionellen Deckmäntelchen die klassische Werbung längst ausgebremst hat.

Dumm ist nur, dass gerade die angeblich “hochwertigen” Zeitschriften sich ja mit einer elitären Leserschaft brüsten: Besserverdienende und besser gebildete seien das, bei denen das Geld locker sitzt, hat man den Anzeigenkunden immer versichert. Für das angeblich bessere Bildungsniveau haben etliche Leser ziemlich lange gebraucht um zu merken, dass Ihnen statt selbst recherchierten Berichten und sorgfältig geprüften Empfehlungen die Angebote zahlender Werbekunden untergejubelt wurden. Immerhin scheinen nun immer mehr Leser begriffen zu haben, dass es diese PR-Geschichten auch billiger gibt…

Wie sehr gerade in der Wein-Szene die Sitten verkommen sind zeigte mir unlängst ein Beispiel, das mir ein Winzer berichtete: Er habe das Angebot eines freien Journalisten bekommen, der für eine angesehene Wein-Zeitschrift arbeite. Für wenige Hunderter könne der Artikel über die Weine des Winzers verfassen und dafür sorgen, dass die Weine auch in einem Heft vorgestellt und bewertet (wie wohl?) würden. Meine Skepsis war groß und ich glaubte an ein Missverständnis – bis ich den Namen des “Kollegen” tatsächlich im Impressum der Zeitschrift fand.

Dan Chung: DSLR News Shooter

Freitag, den 15. Januar 2010
DSLR News Shooter

DSLR News Shooter

Das Thema Video mit DSLRs hats mir sehr angetan zur Zeit. Neben der in diesem Bereich vor allem eingesetzten Canon EOS 5D Mark II spielt da immer mehr die auch hier neulich vorgestellte Canon EOS 7D
eine Rolle.

Beide können Full-HD, wobei die 5D wegen des größeren Sensors noch mehr Spielraum beim Thema Tiefenschärfe bietet. Längst gibt es dazu nicht nur jede Menge Ausrüstung wie spezielle Rigs, Matte-Boxen und Fokussierhilfen. Auch eine richtige Szene hat sich inzwischen etabliert, in der man sich austauscht und Videobeispiele zeigt.

Für den ersten Eindruck kann man zB bei Vimeo den Begriff Canon 7D eingeben. Noch besser ist die Auswahl, wenn man öfters im Forum von www.cinema5d.com vorbeischaut, dort gibt es u. a. die beiden Rubriken “Shot an a 5D” und “Shot on a 7D”. Und viele Tipps zur Praxis und Ausrüstung.

Auch die Profis schätzen HD-Videos mit den DSLR gerade wegen des “Filmeffektes” offensichtlich sehr: Um den gleichen Effekt mit den professionellen Kameras zu erzeugen braucht es auch dort weitere, teure Vorsätze und Zubehör.

Gut informiert über Praxisfragen, aktuelle Entwicklungen und neue Videos wird man auch auf der Website von Dan Chung, der in China für die englische guardian.co-uk-Website arbeitet: DSLR News Shooter. Mir gefällt aktuell vor allem das Video mit den Eisläufern in Peking.

Zeitungssterben und “Paid Content”

Mittwoch, den 16. Dezember 2009

Es ist ein trauriges Kapitel: Den Zeitungsverlagen, die jahrelang die Entwicklungen im Internet verschlafen haben, brechen Anzeigen und Leser weg. Heute berichtet Spiegel Online über das Beispiel des Miami Herald, der seine Leser um Spenden bittet (US-Medienkrise: Online-Zeitung bittet Leser um Spende).

So traurig diese Entwicklung und ein weiteres Beispiel auch sein mögen, die Darstellung von Stefan Niggemeier Aussichtslos, selbstmörderisch, unverschämt lässt mich dann doch wieder schmunzeln. Er berichtet, wie der Axel Springer-Verlag versucht, das Hamburger Abendblatt von jetzt auf nachher auf Bezahl-Inhalte umzustellen. Aus dem Artikel:

“Man könnte denken, dass ein Händler, der plötzlich eine so radikale Verteuerung seines Angebotes bekannt geben muss, alles dafür tut, seine Kunden zu umwerben, ihm treu zu bleiben. Ikens Text aber ist eine Frechheit. Er liest sich fast, als müsste man sich als Leser von Online-Medien schämen, dafür so lange nichts gezahlt zu haben. Das muss man erst einmal bringen: Bei der Bewerbung seines eigenen „Qualitätsjournalismus” Absätze lang rumzuschimpfen wie ein einarmiger Renter 1968 über die langhaarigen Studenten.”

Absolut lesenswert und aus meiner Sicht ebenso gut analysiert wie richtig.


Eine Seite von Joachim Ott