Archiv der Kategorie 'Bücher'

“Es geht auch ohne…” – oder: Veröffentlichen auf dem I-Pad

Dienstag, den 11. Mai 2010
E-Book veröffentlichen

Alle sitzen in den Startlöchern und warten auf das I-Pad (ich auch!). Die Verlage haben sich wohl dieses Mal schon drauf eingestellt, dass sich da was für sie ändern könnte. Und das trifft nicht nur für die Tageszeitungsverlage zu, die das Thema Internet so grandios verpennt haben.

Besonders gespannt sind aber auch Autoren (wie ich), die ständig auch auf der Suche nach Möglichkeiten für Veröffentlichungen sind. Die Spannweite ist recht eng für Autoren: Klassische Verlagszusammenarbeit und Tantiemenmodell (führt in die Armut) oder gegen Pauschalhonorar (das schon eher), ergänzt durch verschiedene Book-on-Demand-Dienste (geringe Reichweite) oder den Eigenverlag (großes finanzielles Risiko).

Spiegel Online beschreibt hier recht schön das Beispiel eines Autoren, der – mehr oder weniger spontan – eine E-Book-Veröffentlichung angepackt hat: E-Books für iPad und Co.: Es geht auch ohne .

Das Beispiel könnte schnell Schule machen: Veröffentlichen ohne Verlag. Wer schon jetzt ein gutes Layoutprogramm hat und dann vielleicht noch eine eigene Website programmieren kann, der könnte schon bald seine Veröffentlichung auf dem I-Pad ansehen. Was natürlich nicht ausreicht: Noch schöner ists, wenn auch andere diese Veröffentlichung kaufen.

Chancen werden zunächst mal vor allem dem klassischen Sachbuch eingeräumt. Wenn das I-Pad mal etwas verbreiteter ist wird man wohl rasch erkennen, dass da durchaus mehr zu machen ist, eine reine Textveröffentlichung. Ich könnte mir schon bald auch kleinere Führer oder Bildbände auf dem I-Pad vorstellen. Auf jeden Fall kommt Bewegung in den Markt.

Das I-Pad von Apple

Das I-Pad von Apple

Außergewöhnliche Buchhandlungen…

Dienstag, den 4. Mai 2010
Daunt Books London

Daunt Books London

Ich liebe Bücher. Auch im Urlaub komme ich bzw. die ganze Familie nicht an schönen Buchhandlungen vorbei. Praktisch, dass ich eher zufällig diese Auflistung von außergewöhnlichen Buchhandlungen im boersenblatt.net gefunden habe. Mein Favorit der dort gezeigten Beispiele ist Daunt Books in London, wo es eine virtuelle Tour durch den Reisebuchladen gibt. Sehr stimmungsvoll, schön gemacht. Eigentlich könnte man dort auch gleich den kompletten Urlaub verbringen…

momox.de: Bücher und CDs sofort verkaufen

Dienstag, den 13. April 2010
momox.de

momox.de

Wer kennt sie als Web-Benutzer nicht, die zahlreichen Möglichkeiten, ältere Einkäufe wieder zu Geld zu machen: Ebay, Amazon und Hitflip zum Beispiel (siehe unten). Neu entdeckt, erst durch einen Artikel im brandeins und dann durch eine persönliche Empfehlung, als man nach CDs dort auch Bücher anbieten konnte: momox.de

Das Prinzip ist einfach und wirkungsvoll, zB für Bücher: ISBN-Nummer eingeben, den angebotenen Preis entweder akzeptieren oder eben nicht. Akzeptierte Artikel kommen auf eine Verkaufsliste, die man auch später noch bearbeiten kann. Den Versand übernimmt momox, man kann online kostenfrei den Paketaufkleber ausdrucken. Ab die Post und nach wenigen Tagen ist das Geld da.

Keine ewigen Wartezeiten, keine Rückfragen und Diskussionen. Nach der ISBN-Eingabe weiß man Bescheid: Entweder man akzeptiert den Preis, dann klappt das auch zügig. Oder man versuchts wo anders. Der Vorteil von momox: Selbst bei manchmal relativ geringen Einzelbeträgen kommt bei einem Stapel ausgelesener Bücher doch ein stattliches Sümmchen zusammen. Und: Das Verfahren ist wie gesagt recht flott. Wer schon mal selbst irgendwo wochenlang Bücher eingestellt hatte, die dann bereit gestellt irgendwo lagern bis sich was tut, der weiß, was ich meine.

Der Mindest-Ankaufspreis sind 10 Euro, das hat man schnell beisammen. Und die Bücher müssen natürlich in Ordnung sein. Ich habs getestet, mein stattliches Paket ergab knapp 70 Euro. Manchmal schluckt man schon, wenn ein Taschenbuch gerade noch 50 Cent bringt, manches wird auch gar nicht angenommen. Aber die schnelle Ablehnung ist nach meiner Ansicht besser als die Alternativen mit Wartezeiten und ungewissem Ausgang. Probiert hatte ich bislang folgende Alternativen, die natürlich alle auf relativ umständlichen Einzelverkäufen beruhen:

Ebay für Artikel aller Art, mit der (meist einwöchigen) Wartezeit bzw. Auktionsdauer. Dazu gelegentliches Geplänkel mit Interessenten, Spassbietern, Nörglern.

Oder Amazon, wo man allerlei Artikel im Marketplace einstellen kann. Dann wartet man und wartet… Das Prinzip sieht ja so aus, dass der Artikel mit dem günstigsten Preis oben steht. Alle, die später das gleiche Produkt einstellen, senken also den Verkaufspreis um einen Cent und man rutscht in der Schlange ständig nach hinten.

Und dann gibt es da noch Hitflip, was eher wie eine legale Tauschbörse funktioniert. Nur kann man seine Flips dort nur selten gegen aktuelle Artikel einstellen, meist sind die angebotenen Artikel etwas älter. Andererseits hat man den Vorteil, dass man dort auch selbst mal etwas älteres verkauft.

Karlsruher Krimitage vom 12. bis 22. März

Mittwoch, den 10. März 2010
Karlsruher Krimitage

Karlsruher Krimitage

Lasst uns die Sticheleien zwischen Badenern und Schwaben mal für einen Moment beiseite legen (ich bin ja selbst geduldet hier in Baden). Denn was die Karlsruher da auf die Beine stellen, muss man neidlos anerkennen: Die Karlsruher Krimitage finden vom 12. bis 22. März 2010 bereits zum fünften Mal statt. Auf dem Programm stehen viele interessante Lesungen. Die mit dem Weinkimi-Autor Paul Grote (“Der Duft des Grauens”) ist übrigens als eine von wenigen bereits ausverkauft.

Jeff Jarvis: Was würde Google tun?

Mittwoch, den 2. Dezember 2009

Jeff Jarvis: Was würde Google tun?Was würde Google tun?: Wie man von den Erfolgsstrategien des Internet-Giganten profitiert Zwei Dinge gleich vorneweg: Jarvis ist nicht nur eine Ikone der Web-Welt, er ist auch ein ganz unverhohlener Fan von Google. Und: Der etwas absurde Titel kommt wohl von einem in den USA weit verbreiteten Auto-Aufkleber: WWJD? Soll heißen: What would Jesus do? Ein Vergleich, der die Suchmaschinen-Firma auf eine ganz neue Stufe hebt.

Jarvis ist mittlerweile nicht nur Journalist, er wird gerne auch als Web-Spezialist zu allen möglichen wichtigen Tagungen eingeladen. Auf dem World Economic Forum in Davos 2008 wurde er zu einer der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Medienwelt gewählt.

Auf mehr als 400 Seiten versucht er in dem Buch darzulegen, warum Google in (fast) allem Recht hat und was man daraus lernen kann – fürs Web oder auch fürs Leben. Und auch wenn das jetzt moraltheologisch klingt, das Lesen macht trotzdem Spass, wenn man aktuelle Entwicklungen in der Medienwelt aufmerksam verfolgt.

Jarvis analysiert Google, seine Regeln und Ethik, seine Strategie. Mit “Wenn Google die Welt regierte” versucht er das auf alle möglichen Wirtschaftszweige zu übertragen. Manchmal ist das lustig, manchmal spannend, manchmal absurd. So muss er denn auch offen zugeben, dass er selbst mit dem Buch gegen so ziemlich alles verstösst, was er darin predigt. Sonst müsste er nämlich kein Buch herausgeben, sondern die Inhalte im Internet frei zugänglich machen, als Open Source sozusagen, von der Community weiterentwickeln lassen und als Plattform für viele andere Menschen zugänglich machen.

Letztlich – so ist die Welt – hat er den Buchverlag gewählt, um relativ schnell und einfach an die Kohle zu kommen. So viel zu Theorie und Praxis…

Dennoch wird jeder, der sich im Web bewegt und vielleicht eigene Angebote dort unterhält, viele Anregungen bekommen. Und auch diejenigen, die (noch( glauben, ihre Welt sei und bleibe von den Entwicklungen im Web unberührt, wird das zu denken geben.

Gute und informative Unterhaltung, entgegen dem ersten Eindruck ohne erhobenen Zeigefinger. Und damit ist es die rund 20 Euro wirklich wert.


Eine Seite von Joachim Ott