Archiv der Kategorie 'Bücher'

Bringt Apple am Donnerstag ‘GarageBand für E-books’

Mittwoch, den 18. Januar 2012

Bringt Apple GarageBand für E-Books?

An verschiedenen Stellen im Netz verdichten sich die Gerüchte, (Apple reportedly announcing ‘GarageBand for E-books’ on Thursday, dass Apple bei seiner Präsentation am Donnerstag nicht nur Neuigkeiten im pädagogischen Bereich vorstellen wird. Von einer Software ähnlich Garageband für die Erstellung von E-Books wird gemunkelt. Für mich wäre das der Hit.

Meine Recherche nach Möglichkeiten zur Erstellung E-books auf dem Mac hat zwar inzwischen schon reichlich Material zusammengetragen. Aber eine vergleichbare einfache und preiswerte Lösung wie GarageBand – oder andere, günstige Apple-Apps – ist nirgendwo in Sicht. Auf der anderen Seite ist der Bedarf nach solch günstigen und einfachen Lösungen, wie man sie von Apple vermuten könnte, schier unüberschaubar.

Gerade viele der unbekannteren Autoren, die bei der Verlagssuche viel Zeit und Kraft einsetzen, liebäugeln immer öfter damit, ihre Werke im Eigenverlag auf elektronischem Wege zu veröffentlichen. Angefeuert durch einige Erfolgsgeschichten schwimmen sich etliche Autoren und Journalisten sozusagen gerade frei, was die Kooperation mit Verlagen angeht. Gar nicht zu reden von den tausenden noch unerfahrenen Schreibern, die sich zur Veröffentlichung ihrer Werke berufen fühlen.

Endlich mal wieder ein Apple-Termin, von dem ich mir das Durchschlagendes erhoffe.

Rückblick: Meine Buchfavoriten 2011

Sonntag, den 15. Januar 2012

Jeder Deutsche kauft im Jahr etwa 10 bis 11 Bücher (genauer habe ichs nicht). Da liege ich wohl deutlich über dem Durchschnitt. Dazu kommen noch Bücher, die ich ausleihe, das ist auch eine beträchtliche Menge.

Wenn ich am Ende des Jahres jedoch zurückblicke, dann sind es immer nur wenige, die einen tieferen Eindruck hinterlassen habe und noch weniger, die einen bleibenden Eindruck hinterließen.

Die Steve Jobs Biografie

1. Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers
) Da sind die Eindrücke wohl auch noch am frischesten und sicher auch verstärkt durch das Mediengeschehen um den Tod des Apple-Gründers. Ich habe auch schon die erste Biografie von Young / Simon
gelesen, trotzdem war dieses Buch von Walter Isaacson noch spannend für mich. Ich bin ein ziemlicher Fan vieler Apple-Produkte, beeindruckt hat mich aber am meisten, dass diese oft als genial empfundenen Ideen von jemandem durchgesetzt wurden, der im persönlichen Umgang wohl eher als, naja, nicht gerade einfach einzuschätzen ist. Auch gute radikale Ideen müssen wohl mit viel Druck durchgesetzt werden. Oder anders ausgedrückt: Gestaltung, Entwicklung, Kreativität ist zunächst keine allzu demokratische Sache. Wo sich Mehrheitswille durchsetzt ist Originalität eben nicht zu erwarten.

2. Krimis: Die neue Almen-Reihe von Martin Suter (z.B. Allmen und die Libellen). Ich lese ziemlich viele Krimis, also muss auch einer auf diese Liste. Es gab zwar viel Spannendes 2011, aber mir widerstrebt der Trend, das Geschehen eines Krimis immer weiter zu steigern: Unter einem verrückten Serienmörder tuts ja heute fast kein Autor mehr, fast immer geht letztlich darum, die Welt zu retten. Da finde ich die Suter-Geschichten wohltuend unaufgeregt und nicht so blutrünstig. Meine Phantasie genügt, um mir ausreichend schreckliche Dinge vorzustellen, man muss mir Grausamekiten nicht bis ins letzte Detail beschreiben.

Das erzählerische Talent Suters wurde ja mit dem Erscheinen der Allmen-Reihe geradezu überschwänglich gelobt, so dass viele sicher mit zu hohen Erwartungen an die doch recht schmalen Büchlein gegangen sind. Alles in allem aber ist das eine Reihe, die ich sicher weiterverfolgen werde. Und das ist mehr, als man von vielen anderen Autoren sagen kann. Im Gegenteil habe ich in diesem Jahr eine ganze Reihe von Bestseller-Krimi-Autoren gestrichen, die sich für mich totgelaufen haben.

Mein wunderbarer Wohnwagen

3. Bildband: Mein wunderbarer Wohnwagen. Nicht immer sind es die spektakulärsten Geschichten, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Das Buch „Mein wunderbarer Wohnwagen” macht sich an dieser Stelle vielleicht etwas seltsam. Aber wenn man selbst Bücher veröffentlicht hat und weitere veröffentlichen möchte, dann sieht man einiges mit anderen Augen. Also auch mit Blick auf einen wirtschaftlichen Erfolg.

Kurzum: Dieses Buch ist originell, exotisch, vom Konzept her gut und inhaltlich und optisch beinahe ideal umgesetzt. Das mag für viele andere Bildbände auch zutreffen – aber die gehen trotzdem sang und klanglos unter. Dieses hier hat Aufmerksamkeit in den Medien bekommen und es hat sich – soweit ich das beurteilen kann – auch gut verkauft. Was sicher auch etwas damit zu tun hat, dass es schon in England recht erfolgreich war.

Ich stelle mir gerne vor, wie man das einem deutschen Verleger vor 12 Monaten angeboten hätte, und welch höhnisches Gelächter man dafür geerntet hätte. Ehrlich gesagt: Ich hätte mein Geld auch nicht darauf verwettet, dass das ein Erfolg wird. Umso schöner. Ach ja, und natürlich ist es auch ein Symbol dafür, wie mächtig der gegenwärtige Retro-Trend ist, der sich auch 2012 fortsetzen wird.

Kindle & Co.: Von Selbstverlegern und Urlaubstestern

Mittwoch, den 10. August 2011

Kindle, iPad & Co - für Selbstverlage

Wer Bücher veröffentlicht, der kommt am Thema E-Book wohl über kurz oder lang nicht vorbei. Wer das Glück hat, bei großen Verlagen zu veröffentlichen, bei dem wird sich die Auseinandersetzung vielleicht darauf beschränken, dass er gefragt wird, ob er mit einer Veröffentlichung bei Kindle & Co. einverstanden ist (wenn er seinem Vertrag zufolge überhaupt gefragt werdenb muss).

Wer – wie die allermeisten – bei kleineren Verlagen veröffentlicht und nicht sehr schnell reich werden kann, der hat als Alternative zu den eher geringen Tantiemen wohl immer auch im Hinterkopf, dass die Möglichkeit des Selbstverlages nun dank elektronischer Medien auch für kleines Geld realisiert werden kann. Im Gegensatz zu Veröffentlichungen auf den Tablets wie Apples iPad & Co., die man zwar auch mit einem einfachen PDF bedienen kann, die aber für breiten Publikumserfolg wohl eher nach einer richtigen App mit der Einbindung von Texten, Fotos, Videos und Websites verlangt.

Auch einige Blogs haben diesen Trend bereits erkannt und aufgegriffen (“Kindle & Co. pushen den Selbstverlagboom”). Interessant ist diese Möglichkeit aber wohl vor allem für diejenigen, die bereits ein entsprechendes Manuskript oder bereits veröffentlichtes Werk griffbereit haben, das sie nur anpassen und evt. leicht überarbeiten müssen. Mit so einem Testfall kann man dann relativ schnell abschätzen, welcher Aufwand mit der Veröffentlichung in digitaler Form verbunden ist.

Angefeuert wird der Trend von wahren oder vermeintlichen Erfolgsgeschichten: Bis dahin unbekannte Autoren veröffentlichen ihre Werke mit durchschlagendem Erfolg, erreichen sechsstellige Auflagenzahlen, mit denen selbst Mini-Preise für E-Books sehr gewinnbringend sind (siehe 26-jährige Autorin Amanda Hocking verkauft 900.000 Bücher ohne Verlag).

Der E-Book-Trend scheint aber nur ein Teil der digitalen Revolution, die gerade den Buchmarkt umkrempelt. In den USA, so kann man nachlesen, werden schon jetzt 90% aller veröffentlichten Bücher – egal ob Print oder digital – ohne Mitwirkung eines “richtigen” Verlags veröffentlicht (wobei natürlich jeder Autor, der sein Werk selbst verlegt als Verlag in Erscheinung tritt).

Um sein E-Book selbst auf den Markt zu bringen brauchts also nicht viel – außer Zeit, Geduld und natürlich auch ein bißchen Geld. Hilfestellung gibt es gerade im Internet genügend: So veröffentlichte literaturcafe.de nicht nur den sehr nützlichen Artikel mit 10 Tipps, wie man sein eigenes E-Book bei Kindle veröffentlicht. Es folgte auf der gleichen Website auch recht rasch ein Erfahrungsbericht.

Und dieser Erfahrungsbericht zeigt auch recht deutlich, was zum Selbstverlag eben dazu gehört: Trommeln fürs eigene Produkt. Da ist es schon sehr hilfreich, wenn man mit den neue Medien nicht nur ganz gut zurecht kommt, sondern darüber hinaus auch seine eigene, gut besuchte Website hat und mit dem Begriff Social Media etwas anfangen kann.

Der ideale Zeitpunkt für solch einen Selbstversuch ist schnell gefunden: Generell ist die Zeit mit den höchsten Umsätzen im Buchhandel die Vorweihnachtszeit. Da dürfte die Benutzung des Kindle in der Tat etwas ändern, denn das klassische Buchgeschenk funktioniert so noch nicht richtig. Es gibt noch nicht so wahnsinnig viele Kindle-Benutzer, denen man eine weihnachtliche verpackte Datei unter den Christbaum legen kann. Und es gibt noch nicht so viele Buchtitel für die Lesegeräte (In der Amazon-Hitliste stehen auf Platz drei Grimms Märchen, das sagt j auch etwas über die Konkurrenz).

Bleibt die andere Zeit der guten Umsätze, die Ferienzeit. Die wiederum dürfte Geräte die E-Books wesentlich besser an der guten Marktsituation beteiligen. Denn schließlich sind die Lesegeräte genau für diese Situation, fürs Reisen und unterwegs sein, geschaffen. Der Urlaub dürfte die beste Situation sein, um solche Geräte mal zu testen: Die Anschaffungskosten sind überschaubar und angesichts der Reisekosten scheinen sie weniger ins Gewicht zu fallen, Dafür wiegt der Vorteil des geringen Gewichts der Bücherlast schwer. Und im Urlaub hat man schließlich auch mal Zeit, sich mit Themen zu beschäftigen, für die man sonst keine Zeit hat. Sprich: man setzt vielleicht auch einmal einen Titel auf die digitale Liste, der ansonsten weit hinter die Bestseller wandern würde.

Aber die gedruckten Favoriten gibt es eben noch nicht immer auch in digitaler Form.

Freilich könnten auch die digitalen Träume vieler Autoren und künftiger Selbstverleger rasch wie Seifenblasen zerplatzen: Denn die Flut von Neuerscheinungen, die dieser Trend mit sich bringt, sorgt nicht automatisch auch für Leserinteresse. Ein Blick auf die Auflagenzahlen und Besteller der Book-on-Demand-Branche mag da hilfreich sein: Auch dort kann man schon lange recht kostengünstig veröffentlichen. Seine privaten Reisebeschreibungen, die Erfahrungen beim Hausbau oder bei der Kindererziehung. Die Marktmechanismen sind aber immer die gleichen.

Fotobücher selbst gestalten – Kunst, Broterwerb oder Hobby?

Freitag, den 10. Juni 2011
Photo+Art Book Hamburg

Photo+Art Book Hamburg

Fotobücher lösen zunehmend die traditionellen, einzelnen Abzüge ab: Meistens fotografiert man – vor allem als fortgeschrittener Fotograf mit einer digitalen Kamera – meistens in thematischen oder chronologischen Blöcken. Also Themen wie Sommer-Urlaub, Familienfest, Makrofotos etc.

Von dem Trend, immer aufwändigere Foto-Bildbände selbst am heimischen Computer zusammenstellen und bestellen zu können, profitieren aber auch die ambitionierteren Fotografen, die ein Werk aus dem Bereich Fotokunst veröffentlichen wollen. Auch kleine Auflagen und beste Qualitäten lassen sich mit deutschen oder internationalen Anbietern kostengünstig produzieren und auch in kleiner Auflage unters Volk bringen – wahlweise als Book on demand oder über die eigene Website.

Wer darüber hinaus Ambitionen hat, der muss meistens einen Verlag suchen, der in Vorleistung tritt und das unternehmerische Risiko trägt. Und der Aufgaben wie Werbung, PR und Vertrieb übernimmt.

An dieses Publikum richtet sich die Photo+Art Book Hamburg 2011, doe vom 2. bis 4. September im Haus der Fotografie in den Deichtorhallen in Hamburg stattfindet. Die Veranstaltung „…bietet neben vielen spannenden Ständen von Buch- und Magazin- Verlegern, Fotografen und Buchkünstlern, Ausstellungen, Workshops, Vorträge, Book Talks & Signings, einen Award für das beste unpublizierte Fotobuch als auch ein interessantes 2tägiges Symposium. ”

Letztes Jahr hieß das noch Fotobuchtage, das Programm steht wohl noch nicht fest.

Mein wunderbarer Wohnwagen

Montag, den 2. Mai 2011

Mein wunderbarer Wohnwagen

Habe ich mich eigentlich schon als Camping-Fan geoutet? Nun, denn… Wer lange genug auf den Campingplätzen Europas unterwegs ist, der entdeckt bald seine regionalen Vorlieben. Skandinavien und England zum Beispiel sind Camping- und Urlaubsreviere ganz nach meinem Geschmack. Und wer wiederum jahrelang mit uralten VW-Bussen gereist ist, der entwickelt auch einen Blick für die „Schätzchen”, die man ab und zu entdeckt: Eigenwillige, meist etwas ältere Modelle von Wohnwagen, Zelten, Bussen und Wohnmobilen.

Dass gerade die Briten einen eigenen Zugang zum Thema Camping haben und auch beim Leben im Freien Stil bewahren, das belegt jetzt ein wunderschöner Bildband: Mein wunderbarer Wohnwagen: mobil – retro – cool. Bildband mit einmaligen Caravans und Wohnmobilen. Und ganz entgegen der Tatsache, dass das Buch thematisch ein absolutes Nischenprodukt ist, habe ich schon in den ersten Wochen nach Erscheinen begeisterte Berichte darüber gelesen, auch auf Spiegel Online zum Beispiel.

Die Autoren Chris Haddon und Jane-Field Lewis haben eine stattliche Sammlung der mobilen und teilweise immobilen Oldtimer aufgestöbert und stilvoll in Szene gesetzt. Ich kann mir zwar trotz guter Medien-Resonanz noch immer nicht vorstellen, dass es das beim Knesebeck-Verlag herausgegebene Buch in die auflagenstärkeren Regionen schafft. Aber wer für Camping oder Retrostil, für die Briten im Allgemeinen und Stil-Piraten im Besonderen etwas übrig hat, der sollte die 20 Euro getrost anlegen.


Eine Seite von Joachim Ott