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Isochronous Application: wie weit kommt man in einer Stunde?

Isochronus

Schön, aber nutzlos, so könnte man nach einem ersten Blick auf das Projekt Isochronous Application V0.8 vermuten. Damit würde man der App aber unrecht tun, finde ich.

Auf der Website kann man einen Standort eingeben und sich dann auf einer Karte darstellen lassen, wie weit man zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto in einem bestimmten Zeitraum kommt. (Laienhaft und unzureichend übersetzt stellt die Kartenanwendung eine Linie derjenigen Entfernung dar, die man in einer bestimmtenZeit zurücklegen kann. In der Wüste müsste diese Linie annähernd ein Kreis sein). Das ist als Spielerei zunächst schön, scheint aber für den praktischen Alltag weitgehend bedeutungslos.

Um aufzubrechen braucht es in der Regel ein Ziel, Sinn und Zweck einer Fortbewegung. Und logischerweise lässt sich mit der App auch schwer ermitteln, welche Wanderung oder Radfahrt ich in einem bestimmten Zeitraum unternehmen könnte, denn diese Darstellung kann ja nur den einfachen Weg ermitteln.

Für Autofahrer ist das Werkzeug ja nicht unbedingt nötig: Es gibt ja auch Navis und wenn ich ein bißchen länger fahre, dann macht das in der Regel auch nix.

Spannend wirds, wenn ich als Wanderer oder Radler mein Terrain sondieren möchte. Steigungen, Geländeformen und Wegenetz spielen da schon eine wichtige Rolle und wenn ich statt dem Studium einer topografischen Karte nur zwei Werte eingeben müsste, dann wäre das, naja, zumindest nett.

Aber was bei mir vor der Haustüre noch halbwegs brauchbare Anhaltspunkte ergibt, das scheitert schon im Nachbarstädtchen, am Fuße des 1100 Meter hohen Hausbergs. Dort werden die steilen Anstiege und die wenigen, schlechten Wege offensichtlich nicht wirklich berücksichtigt, wenn mein Radius in Richtung Hausberg fast genauso weit führt wie in die Rheinebene.

Worin liegen dann Reiz und Wert dieser App?

Bei einer ausgereiften Anwendung könnte ich – im schwedischen Nationalpark Sarek ebenso wie an meinem Hausberg oder am Jungfraujoch – bei Wanderungen und Radtouren gut erkennen, wie und in welche Richtung ich mich am schnellsten / effektivsten fortbewege, vielleicht auch Hindernisse umgehe. Also als Ergänzung zu einem Navi, einem handlichen GPS-Gerät oder einer entsprechenden Anwendung für das Handy wäre diese App schon brauchbar.

Und da fast alles, was im technischen Bereich mal angedacht und ausprobiert wird, auch irgendwann auch gut umsetzbar sein wird, darf man sich auf künftige Apps freuen, die einem beim Outdoor-Sport gute Dienste leisten können.

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Joachim Ott

Journalist & Fotograf

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