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Jeff Jarvis: Was würde Google tun?

Jeff Jarvis: Was würde Google tun?Was würde Google tun?: Wie man von den Erfolgsstrategien des Internet-Giganten profitiert Zwei Dinge gleich vorneweg: Jarvis ist nicht nur eine Ikone der Web-Welt, er ist auch ein ganz unverhohlener Fan von Google. Und: Der etwas absurde Titel kommt wohl von einem in den USA weit verbreiteten Auto-Aufkleber: WWJD? Soll heißen: What would Jesus do? Ein Vergleich, der die Suchmaschinen-Firma auf eine ganz neue Stufe hebt.

Jarvis ist mittlerweile nicht nur Journalist, er wird gerne auch als Web-Spezialist zu allen möglichen wichtigen Tagungen eingeladen. Auf dem World Economic Forum in Davos 2008 wurde er zu einer der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Medienwelt gewählt.

Auf mehr als 400 Seiten versucht er in dem Buch darzulegen, warum Google in (fast) allem Recht hat und was man daraus lernen kann – fürs Web oder auch fürs Leben. Und auch wenn das jetzt moraltheologisch klingt, das Lesen macht trotzdem Spass, wenn man aktuelle Entwicklungen in der Medienwelt aufmerksam verfolgt.

Jarvis analysiert Google, seine Regeln und Ethik, seine Strategie. Mit „Wenn Google die Welt regierte“ versucht er das auf alle möglichen Wirtschaftszweige zu übertragen. Manchmal ist das lustig, manchmal spannend, manchmal absurd. So muss er denn auch offen zugeben, dass er selbst mit dem Buch gegen so ziemlich alles verstösst, was er darin predigt. Sonst müsste er nämlich kein Buch herausgeben, sondern die Inhalte im Internet frei zugänglich machen, als Open Source sozusagen, von der Community weiterentwickeln lassen und als Plattform für viele andere Menschen zugänglich machen.

Letztlich – so ist die Welt – hat er den Buchverlag gewählt, um relativ schnell und einfach an die Kohle zu kommen. So viel zu Theorie und Praxis…

Dennoch wird jeder, der sich im Web bewegt und vielleicht eigene Angebote dort unterhält, viele Anregungen bekommen. Und auch diejenigen, die (noch( glauben, ihre Welt sei und bleibe von den Entwicklungen im Web unberührt, wird das zu denken geben.

Gute und informative Unterhaltung, entgegen dem ersten Eindruck ohne erhobenen Zeigefinger. Und damit ist es die rund 20 Euro wirklich wert.

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Joachim Ott

Journalist & Fotograf

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