Herbsttage am Kaiserstuhl
Dienstag, den 16. September 2008[Klicken Sie auf die kleinen Bilder für größere Ansichten]
Die Ruhe vor dem Sturm. So könnte man die letzten sonnigen Herbsttage am Kaiserstuhl interpretieren. Vor allem wenn man weiß, welche betriebsame Geschäftigkeit losbricht, sobald die Lese richtig beginnt. Bislang haben die Winzer nur wenige Trauben für den “neuen Wein” geholt. Aber in Kürze geht es los: Dann sind Familien in den Rebbergen zugange, von denen man das ganze Jahr über nicht weiß, wie groß sie mit all ihrer Verwandtschaft wirklich sind. Dann rauschen Trecker über Feldwege und durch Hohlgassen, Kübel werden gefüllt. Und in den Dörfern bilden sich lange Schlangen vor den Annahmestellen der Winzergenossenschaften.
Ein bis zwei Wochen wird der Hauptstreß dauern, danach weiß man, welches Einkommen im nächsten Jahr voraussichtlich zur Verfügung steht. Einige werden den Gürtel enger schnallen müssen, aber für die meisten konventionell wirtschaftenden Betriebe sieht es gar nicht schlecht aus, was Menge und Qualität anbelangt. Egal wie es läuft: Wenn es nicht gerade die ganze Ernte verhagelt, breitet sich danach ein Gefühl der Zufriedenheit aus: Die Winzer sind wieder entspannter. Noch ist der Druck dann nicht ganz weg, irgendwas kommt ja immer: Im Keller läuft was schief, ein Kunde fällt aus, “die da oben” lassen sich wieder was einfallen, was den Weinverkauf erschwert.
Der nächste große Streß ist für die meisten Winzer dann die Vorweihnachtszeit. Dann sind sie in ihren randvoll gefüllten Lieferwägen auf dem Weg zum Kunden, Wein ausliefern. Und die meisten Kunden wohnen nun mal in den Ballungsräumen. Lange Fahrten, Ausladen, Fragen beantworten, vielleicht mal eine Weinprobe zwischendurch, um neue Kunden zu gewinnen.
Aber das ist ja noch lange hin. Jetzt hängen sie einfach in der Sonne und reifen vor sich hin, die Trauben.















