Venedig bei Nacht
Mittwoch, den 19. Juli 2006
Ich liebe schweres Gerät (beim Fotografieren): Eine Nikon F4S, mit der man zur Not auch mal Nägel in die Wand hauen könnte, gibt mir ein gutes Gefühl. Eine lange Brennweite oder ein schweres Stativ, das einem schon den Schweiß aus den Poren treibt, wenn man damit zwei Stockwerke hochsteigt, geschweige denn einen Aussichtsturm erklimmt, das ist ok so.
Logischerweise war und bin ich denn auch skeptisch gegen alles kleine und niedliche beim Fotografieren. Daß sowohl meinen Canon IXUS als auch die Canon G3 relativ kompakt sind, war immer praktisch. Daß auch die Qualität der Aufnahmen stimmt, hat sich im Laufe der Zeit erwiesen: Minderwertigkeitskomplexe gegenüber den dicken Canons und Nikons sind unberechtigt, das Ergebnis zählt.

Trotzdem war es irgendein nicht nachvollziehbarer Anfall, daß ich mir vor einiger Zeit ein Mini-Stativ der 5-Euro-Klasse gekauft habe. So im Vorbeigehen. Danach verschwand das Teil in meinem Rucksack, den ich sowieso fast immer dabei habe mit der etwas faden Begründung, irgendwann wirds man vielleicht mal brauchen können.
Inzwischen kommt das Mini-Stativ ab und zu zum Einsatz, und abgesehen von dem etwas lächerlichen Bild, einen erwachsenen Menschen des Nachts mit Mini-Geräten am Boden rumspielen zu sehen, gibts nur Positives zu berichten. Die Beinchen lassen sich schnell so hinbiegen, daß alles im Lot ist. Der Bildausschnitt läßt sich vor allem bei der Canon G3 durch den schwenkbaren Monitor auch dicht über dem Boden noch gut kontrollieren. Und die Einstellmöglichkeiten mit 400 ASA, Zeitautomatik, Langzeitbelichtung und Selbstauslöser sorgen dafür, dass alles verwacklungsfrei abgelichtet wird.
Klar, es ist kein Esatz für das schwere Gerät. Aber für Reisen, für spontane Aufnahmen unterwegs auch im Alltag, ist es überraschend brauchbar. Wer käme sonst schon auf die Idee, bei einer Reise mit leichtem Gepäck Nachtaufnahmen zu machen oder auch mal ein Selbstportät oder Familienbild ohne fremde Hilfe zu machen? Wenn ich ehrlich bin muss ich zugeben, daß ich schon wesentlich mehr Geld für Dinge ausgegeben habe, die weniger brachten. Wer also demnächst auf Urlaub fährt und “nur” die kleine Knipse mitnimmt, der kann die 5 Euro für so ein Stativ locker dranrücken.








