
Was ist das: ein Haufen großer Steine, drumherum laufen seltsam gekleidete Leute, die ein längliches Plastikteil am Ohr halten. Der erste Outdoor-Handy-Kongress? Eine Ausstellungseröffnung für Manager, in der zugunsten durchgehender Telefonate auf Reden verzichtet wird?
Nein. In Stonehenge hat man nicht nur den Steinkreis eingezäunt um trampelnde Touristen fernzuhalten. Man verzichtet auch auf Führungen, Video-Installationen und den ganzen Krempel, um einzig die Steine sprechen zu lassen (naja, im übertragenen Sinn). Also bekommt jeder Besucher einen elektronischen Sprachführer, logischerweise in seiner Sprache.
Das Ergebnis ist beeindruckend: Dutzende, manchmal hunderte Besucher gehen gemessenen Schrittes schweigend im Kreis um die Riesensteine von einem Standort zum nächsten, ans Ohr halten Sie das Abspielgerät gepresst wie telefonierende Touristen. Es ist relativ still, fast andächtig, die Führung ist so gut oder schlecht wie die anderen Texte in den Reiseführern. Auf jeden Fall ist diese Atmosphäre ganz angenehm, das Problem gut gelöst.
Nur wenn man eine Weile pausiert, auf die Erläuterungen verzichtet und das Bild auf sich wirken lässt, ist es seltsam: Unterschiedlichste Menschen aus allen Nationen und Kulturkreisen auf einer großen Wiese, schweigend umherschreitend, in Handy-Pose…