Monatsarchiv für Juni 2004

Englischer Rasen (seufz)

Donnerstag, den 17. Juni 2004

Sissinghurst Statue

Ich gebe es zu: Auch meine guten Vorsätze sind verraucht, englischer Rasen ist kein Thema mehr. Nach einem Studium der aktuellen Handmäher-Modelle, der weiteren Pflegemaßnahmen und der Häufigkeit der Rasenpflege (ein- bis zweimal pro Woche) habe ich von meinem Gartentraum erstmal Abstand genommen. Es gibt ja noch andere nette Beschäftigungen im Garten.

Dartmoor

Montag, den 14. Juni 2004

Dartmoor

Nebel kann schön sein. Als von der Sonne verwöhnter Badener darf ich das im Brutkasten Oberrheinebene ja nicht laut sagen. Aber ständig diese Sommertage mit 30 Grad, um die uns andere beneiden, sind auch langweilig. “Englisches Wetter” erscheint mir durchaus erstrebenswert.

Die Wetterwarnungen im Dartmoor habe ich denn auch kaum ernst genommen: Drastische Wechsel, gefährliiche Wege, Paah! Was ist das schon gegen den Schwarzwald dachte ich. Doch unsere erste Wanderung endete bereits am ersten Ausscihtspunkt, dem Haytor: Gerade mal noch raufgeklettert und die Aussicht bewundert, schon zieht Nebel auf und man findet gerade noch zum Auto zurück.

Strange

Freitag, den 11. Juni 2004

Stonehenge

Was ist das: ein Haufen großer Steine, drumherum laufen seltsam gekleidete Leute, die ein längliches Plastikteil am Ohr halten. Der erste Outdoor-Handy-Kongress? Eine Ausstellungseröffnung für Manager, in der zugunsten durchgehender Telefonate auf Reden verzichtet wird?

Nein. In Stonehenge hat man nicht nur den Steinkreis eingezäunt um trampelnde Touristen fernzuhalten. Man verzichtet auch auf Führungen, Video-Installationen und den ganzen Krempel, um einzig die Steine sprechen zu lassen (naja, im übertragenen Sinn). Also bekommt jeder Besucher einen elektronischen Sprachführer, logischerweise in seiner Sprache.

Das Ergebnis ist beeindruckend: Dutzende, manchmal hunderte Besucher gehen gemessenen Schrittes schweigend im Kreis um die Riesensteine von einem Standort zum nächsten, ans Ohr halten Sie das Abspielgerät gepresst wie telefonierende Touristen. Es ist relativ still, fast andächtig, die Führung ist so gut oder schlecht wie die anderen Texte in den Reiseführern. Auf jeden Fall ist diese Atmosphäre ganz angenehm, das Problem gut gelöst.

Nur wenn man eine Weile pausiert, auf die Erläuterungen verzichtet und das Bild auf sich wirken lässt, ist es seltsam: Unterschiedlichste Menschen aus allen Nationen und Kulturkreisen auf einer großen Wiese, schweigend umherschreitend, in Handy-Pose…

Ferienmonat Juni

Freitag, den 11. Juni 2004

Möwe in Cornwall

Juni ist einfach der schönste Ferienmonat, erst recht für Reisen in den Norden: Die Temperaturen sind bereits sehr angenehm (so um die 20 Grad), so dass man noch wirklich alles unternehmen kann. Die Tage sind bereits sehr lang und die meisten Touristen noch zuhause. Die englische Südküste ist zwar wegen der Bankholidays bereits bevölkert, aber wenige Kilometer im Landesinneren ist man schlicht allein unter Engländern – keine schlechte Situation.

Nur die Rückkehr ist hart: Kein freundliches Wort mehr über den pleasant day oder das Wetter, höchstens ein knapper Gruß. Auf den Autobahnen lauter Selbstmordkandidaten und wenn man einem anderen Autofahrer den Vortritt lässt gibts keine nette Geste sondern Siegermienen.

Wieder da!

Montag, den 7. Juni 2004

Sissinghurst gardens

Nach zwei Wochen England wieder zurück. Schade, war sehr schön. Das Wetter hat allen Vorurteilen getrotzt und die Engländer sind immer noch sehr nett. Viele Gardens, viele Castles, noch viel mehr Landschaft und Meer – und kaum Touristen (nichtmal Holländer). Es ging um den Cornwallzipfel im Südwesten und zum Abschluss gabs einen Tag London.

Wer noch Zweifel hat, ob solch ein Reiseprogramm in ein “nordisches Land” die Alternative zum Familien-Badeurlaub sein kann, dem sei versichert: Jederzeit! Unsere Kinder (12 und 14 Jahre) waren begeistert. Und das wäre sicher auch so gewesen, wenn wir nicht nach einer Woche schon alle einen Sonnenbrand gehabt hätten…


Eine Seite von Joachim Ott