Zwei neue Biowein-Videos zur Praxis der Biowinzer

Mal wieder was aus der eigenen Werkstatt: Für ECOVIN Baden habe ich zwei neue Videos gemacht. Thomas Harteneck vom Weingut Harteneck erklärt das Thema Minimalschnitt, Günter Kaufmann vom Bio-Weingut Kaufmann die Vorbereitungen der Weinabfüllung. Es sind kurze dokumentarische Videos mit engagierten Biowinzern zu Themen, die man dem Verbraucher nahe bringen möchte: Versteht der Weintrinker, was hinter der Arbeitsweise steckt, ist er sicher eher geneigt, Bioweine zu probieren.

Die Videos sollten ohne großen Aufwand als Mini-Dokus angelegt werden: keine Werbe-Palim, es geht vor allem Informationen und ein Porträt der Erzeuger.

Mich hat diese Art der Darstellung schon immer mehr überzeugt als die rein werbliche mit opulenter Optik, gescripteten Texten, die von Schauspielern oder Winzern vorgetragen werden und einer blumigen Weinsprache, mit der man die Produkte anpreist.

Ich arbeite nun schon seit etlichen Jahren mit Bio-Winzern zusammen. Und ich finde, im persönlichen Gespräch sind sie überzeugender als jeder Werbetext. Hinzu kommt, dass Nachfragen zur Bio-Arbeitsweise sehr erwünscht sind und nicht ausweichend beantwortet werden.

Diese Videos, die nach einem ausführlichen Vorgespräch an verschiedenen Orten aufgezeichnet werden, sind dennoch auch für die geübten Winzer eine Herausforderung: Ohne Script müssen sie Zusammenhänge für den Laien verständlich darstellen. Meine Fragen, die grundsätzlich herausgeschnitten werden, sind nur ein Leitfaden, um den manchmal komplexen Sachverhalt zu strukturieren.

Social Media: GIFs werden besonders gerne geteilt

Leuchtturm

GIFs sind nicht tot. Auf manche wirken sie wie ein Relikt aus grauer Vorzeit. Erst recht, seit man auf fast jeder Plattform „richtige” Videos einbinden kann. Aber sie sind zumindest in einer Hinsicht sehr modern: Auf Facebook, Twitter und Instagram werden die GIFs so gerne geteilt (und verteilt) wie kaum etwas anderes. Anders gesagt: Man erhöht die Reichweite seines Posts wohl ziemlich, wenn man ihn mit einem animierten GIF bereichert.

Wer also schon die Mühe auf sich genommen hat, eigene Videos zu erstellen, der möchte vielleicht auch mehr für die Verbreitung tun – und muss dann mit den Eigenheiten der qualitativ nicht so anspruchsvollen GIFs leben.

Ich muss ehrlich sagen: Mein Favorit sind sie nicht. Wenn schon Videos in den sozialen Medien posten, dann eben Videos, die man für diesen Zweck zum Beispiel in Final Cut Pro X, anpasst. Quadratisches Format, Laufzeit etwa eine Minute, kein (sinnvoller) Ton, höchstens Musik drunter (weil der Ton standardmäßig meist abgeschaltet ist). Und dann möglichst kein ganzes Video zeigen, sondern einen Appetizer mit Link zum richtigen Video – entweder auf der eigenen Website oder auf Youtube oder Vimeo, wenn man dort einen eigenen Kanal pflegt.

Für all diejenigen, die es lieber kurz und schmerzlos mögen gibts aber wie fast immer auch einen einfachen Weg.

1. GIFs in Fremdherstellung: Giphy

Auf der Website Giphy.com kann man GIFs so einfach und schnell erzeugen, wie nirgendwo sonst: Einfach den Link zum Video eingeben, Anfang- und Endzeit des Ausschnitts mit Schiebereglern bestimmen und die Dauer angeben. Heraus kommt relativ schnell ein GIF, das man entweder als iFrame einbinden kann, diversen Plattformen des Social Web teilen kann oder direkt zu Twitter hochladen.

Außerdem gibts einen Giphy-Link und einen Download-Link, den man nutzen kann, auch um sich das GIF auf den eigenen Rechner zu holen.

Der Vorteil dieser Methode: Es geht schnell und einfach, ohne ein weiteres Programm auf dem eigenen Rechner zu nutzen. Und das Allerbeste: Newsletter-Dienste wie Mailchimp erlauben über diesen Giphy-Link die Einbindung eines animierten GIF in den Newsletter (was auf direktem Weg meines Wissens derzeit nicht geht).

Einen schon älteren Artikel generell zum Thema GIFs in Emails gibt es hier.

Und das ist ein Beispiel, dass ich gerade bei Giphy erzeugt habe:

via GIPHY

Ich finde übrigens keinen Weg, dieses Datei bei Giphy wieder zu löschen. Dafür diesen Hinweis: „You can delete a GIF or update its tags and source URL if you were logged in when you uploaded it.”

2. GIFs auf dem eigenen Rechner erzeugen: GIF Brewery

Wer gegenüber der Einbindung fremder Dienste skeptisch ist (das bin ich auch), der kann mit einfachen und preiswerten Bordmitteln selbst ein GIF erstellen und es dann verwenden wie er will, ohne die Mithilfe anderer Websites.

Dazu holt man sich das Video am besten in der Auflösung 1280 x 72 auf den Schreibtisch und besorgt sich zum Beispiel die App Gif Brewery, die für den Mac derzeit 4,99 Euro kostet. GIF Brewery öffnen und das ausgewählte Video anklicken.

Dann hat man eine Reihe weiterer Einstellmöglichkeiten, die man am besten durch Ausprobieren erforscht. Ziemlich schnell wird man feststellen, dass jeder Schritt Veränderungen in der Qualität und der Dateigröße der derzeugten GIF-Datei verursacht.

Eine gute Wiedergabegröße ist zum Beispiel 500 Pixel Breite. Auch hier muss man Anfangs- und Endpunkt auswählen, man legt fest welche Qualität das Mini-Video hat und wie stark es „beschleunigt” ist, gegenüber dem Original also schneller abläuft.

Als Anhaltspunkt: Twitter erlaubt derzeit wohl Dateien bis zu einer Größe von 2 MB, die sind schnell erreicht.

In einer Preview sieht man zuerst recht genau, wie das Ganze wirkt und kann nachjustieren. Die fertige Datei kann man dann manuell einbinden.

Apps & Co

Und schließlich gibts wohl noch ein paar Apps fürs Iphone, die man zu Erstellung von GIFs nutzen kann. Wer mit dem Handy arbeitet, der sollte sich hier schlau machen. Mir ist der Markt zu unübersichtlich, um mir einen Überblick zu verschaffen und Empfehlungen auszusprechen. Außerdem bearbeite ich Dinge lieber an meinem Desktop-Rechner.

Gimbal fürs iPhone: eine lohnende Anschaffung?

Vor wenigen Tagen hat Videofilmer Philip Bloom ein Handy-Video veröffentlicht. Wahrscheinlich eine Auftragsproduktion für Werbezwecke für den Handy-Hersteller. Das einminütige Video zeigte nicht so sehr die Vorzüge des Handys als vielmehr den sinnvollen Einsatz eines Gimbals: Diese Handheld-Geräte sind inzwischen für 200 bis 300 Euro zu haben, gleichen Wackler in drei Ebenen aus und erlauben auch sehr sanftes Schwenken.

Wie alle, auch die kleineren Videos, zeigt dieser Film, dass jemand mit soviel Erfahrung wie Bloom und einem Gespür für Bilder mit fast allem ansprechende Darstellungen kreieren kann.

Verwendet wurde dabei wohl ein eher preiswertes Gimbal von Zhiyun, preislich liegt das derzeit so um die 200 Euro.

Wenig später liefen die ersten Berichte und Videos ein von einem neuen Produkt des Drohnen-Herstellers DJI. Dort hatte man das an der Drohne eingesetzte Gimbal bereits zuvor mit der auch im Fluggerät verbauten 4K-Kamera angeboten. Mit 500 bis 600 Euro war diese Lösung wohl weniger massentauglich. Jetzt wurde zur IFA ein neues Gimbal vorgestellt, das DJI Osmo mobile.

Es kann mit Smartphones eingesetzt werden und eine App zaubert all die beeindruckenden Fähigkeiten der Drohnen-Kamera aufs Handy. Preisangabe derzeit 330 €, allerdings ist das Gimbal derzeit nur direkt beim Hersteller erhältlich.

Wer bereits ein gutes Handy für Video-Aufnahmen nutzt der erhält damit wohl eine der besten Lösungen, auf schnellem Weg unverwackeltes Material in guter Qualität zu bekommen.

Hier zwei Produktvorstellungen in englisch und deutsch. (Nein, das ist keine bezahlte Werbung.)

Wie sehen meine Fonts aus: wordmark.it

Meine Websites haben alle zusammengesetzte Namen. Anstelle eininger Logo-Entwürfe habe ich nun Schriften-Logos entworfen.

Meine Websites haben alle zusammengesetzte Namen. Anstelle von grafischen Logo-Entwürfen habe ich nun Schriften-Logos entworfen.

Am Anfang kann man gar nicht genug davon haben, später verliert man leicht mal den Überblick: Fonts, also die Zeichensätze der Schriftarten auf dem eigenen Computer, nehmen nicht viel Platz weg und sind heute leichter zu verwalten als früher.

Aber immer dann, wenn man abweichend von „seinen” Standardschriften einen passenden Font sucht, ist es zum Verzweifeln: Die Vorschau – sofern im jeweiligen Programm überhaupt vorhanden – ist äußerst unzureichend. Bleibt als Alternative, den jeweiligen Text einfach mal entsprechend zu formatieren, um eine Vorschau zu bekommen. Wenn man mal zwei Dutzend Fonts durchprobiert hat, verliert man schnell die Geduld.

Einfacher geht es mit dieser Website: wordmark.it. „Helps you choose fonts!” heißt der Untertitel und das ist nicht zu viel versprochen: Die Website stellt ein oder mehrere Wörter in denjenigen Zeichensätzen dar, die man auf dem eigenen Computer verwaltet. Wohl dem, der nur diejenigen Fonts auf dem Rechner belassen hat, die auch jederzeit frei verwendet werden können. Andernfalls folgt auf die Suche nach dem passenden Font die Suche nach den jeweiligen Lizenzbedingungen. Was bedeutet schon kommerzielle Nutzung? Dass ich ein paar Anzeigen auf meinem privaten Blog habe?

Ähnlich komfortable ist nur nur noch die Suche bei den Google Fonts: Auch hier lassen sich Worte in allen Fonts darstellen und in einer Übersicht anzeigen. Nur sind es eben nicht unbedingt diejenigen Fonts, die ich schon auf meinem Rechner habe. Zwar lassen sich alle Google Fonts nach meinem Wissen auch einfach herunterladen und verwenden. Aber das ist eben ein Schritt mehr. Und ab einer bestimmten Anzahl von Zeichensätzen kann man sich recht sicher sein, dass einer davon schon passen wird.

Anlass für die Schriftensuche war die Überarbeitung eines Logo-Entwurfs. Die grafischen Entwürfe haben mich nicht so recht überzeugt, deswegen habe ich es hier einmal mit Schriften-Logos versucht.

160906_bbw_logo

160906_gf_logo

Vernünftige deutsche Youtube-Untertitel einfügen

Video-Untertitel bei Youtube, die Captions, sind manchmal der reine Nonsens.

Video-Untertitel bei Youtube, die Captions, sind manchmal der reine Nonsens.

Die Untertitel bei Youtube, die ‘Captions’ können ziemlich grausam sein: das ist die chronologische Text-Wiedergabe seit die Sprache im Video einsetzt in dem Testschmecker-Video

- das waren nur Wellen sollen
- weil sie das Geld aus
- man weiß was drin ist
- Finanzwerte wie Swiss Re lassen
- ich hab auch nichts diese war ein Zukauf unter Zeitaufwand

(Das letztgenannte Zitat ist übrigens meine Lieblings-Stelle).

Nein, ich war nicht betrunken, als ich das Video aufnahm und ich bin auch nicht total daneben. Wer sich den Spass macht und die Untertitel mal bei deutschen Videos anklickt, der lacht sich entweder schlapp oder klickt gleich wieder weg.

Warum sollte man das tun, die Untertitel in seiner Heimatsprache anklicken, obwohl man dann ja auch den deutschen Text ganz gut verstehen sollte? Vielleicht, weil man den Ton abgeschalten hat, in der U-Bahn, in der Bibliothek, am Arbeitsplatz.

Wie so oft im Videobereich gibt es für die amerikanischen Kollegen eine ganz einfache und preiswerte Lösung, die hier auch in einem Video von Caleb Wojcik vorgestellt wird: Kurz gesagt kann man über die amerikanische Seite https://www.rev.com eine fertige Audiotranskription beziehen, die nicht maschinell sondern von menschlichen Mitarbeitern erstellt wurde, die des Englischen mächtig sind. Die Minute kostet einen Dollar, und für die gängige Youtube-Video-Länge von drei bis vier Minuten braucht man da nicht lange darüber nachzudenken.

Aber diese schnelle billige Lösung scheint es nur für englische Videos zu geben.

Alle anderen müssen wohl noch einige Zeit und Tipperei aufbringen, um ihre Videos nicht als Wahnsinns-Produkte gebrandmarkt im weltweiten Web zu hinterlassen.

Die Lösung: Audio-Texte selber machen

Hier eine schnelle Anleitung für die Korrektur der Unterttitel, die nach meinem Empfinden einfacher und schneller vorzunehmen ist, als die Erstellung einer Transkriptions-Datei, die man nachher hochladen und anpassen muss.

Im eigenen Kanal gehen zu:

- Creator Studio –> Video-Manager
- dort neben dem Video das Aufklappmenü öffnen und –> Untertitel auswählen
- bei Untertitel verwalten –> den veröffentlichten Untertitel (Deutsch automatisch) anklicken
- dann auf Bearbeiten und Schritt für Schritt durchgehen

Man braucht natürlich ungleich länger, als die Spielzeit des Videos, selbst wenn man ganz flott im Tippen ist und die Lach-Pausen abzieht. Aber ein Feature in seinem Video zu wissen, das so gar keinen Sinn ergibt ist ja auch kein schönes Gefühl.

Bevor mancher jetzt ganz an Youtube verzweifelt: Bei Vimeo gibts das Feature “automatische Untertitel” nach meinem Wissen gar nicht: Wer Untertitel haben möchte, muss von vorneherein bei den Einstellungen seines Videos einen Text verfassen, der dann wohl automatisch synchronisiert werden soll (ich habs nicht ausprobiert).

Weiß jemand eine einfachere Lösung als diese? Oder einen Service, der das vergleichsweise genauso günstig macht wie die amerikanische Version? Vielleicht hat auch jemand Erfahrung damit, gesprochenen Text über eine einfache App oder Spracherkennungssoftware umzuwandeln und hochzuladen.

Über Vorschläge und Tipps in den Kommentaren würde ich mich freuen!